„Felicité-Marie“ Reise

im Mai 2005 von Horst Fehrenbach und Stephan Pucher

Wie sehr die Jugendlichen von Felicité Marie schon zu eigenen Kindern geworden sind, wurde Horst Fehrenbach und Stephan Pucher auf der Reise nach Ruanda im Mai 2005 bewusst, als sie mit großer Herzlichkeit in Butare, Nyanza und Kigali empfangen wurden. In diesen drei Orten leben die Jugendlichen, besuchen die Schule, gehen an die Universität oder üben bereits einen Beruf aus.

Von den insgesamt 100 Jugendlichen werden inzwischen nur noch 39 gefördert, alle anderen stehen auf eigenen Füßen. Einige der bereits Selbständigen sind in Umwana w´umuntu, der Jugendorganisation von Mwene Muntu, engagiert. Seit Herbst 2004 benötigen die Jugendlichen von Felicité Marie auch immer weniger Unterstützung von den „Altvorderen“ des Vereins. Sie haben beschlossen sich gegenseitig zu unterstützen, die Älteren schauen nach, wenn es in der Schule oder der Familie Probleme gibt (einige der Jugendlichen leben nach wie vor in Gastfamilien), sprechen dann mit den Lehrern, sorgen bei Krankheit dafür, dass die Patienten gut versorgt sind und gesundgepflegt werden und und und … Das ist gar nicht immer so einfach, denn die Jugendlichen leben weit auseinander und müssen oftmals weite Wege zurücklegen.

Dass der familiäre Zusammenhalt trotz der Entfernungen erhalten bleibt, dafür sorgen alljährliche „Camps“. Auf diesen Camps treffen sich möglichst viele der jungen Leute zur gemeinsamen Verwirklichung eines bestimmten Projekts. So wurden in den letzten Jahren zwei Häuser gebaut. Im Vorfeld eines solchen Projekts diskutieren die Jugendlichen, wer von ihnen den größten Bedarf an Unterstützung hat. Dieser bekommt dann von allen gemeinsam ein Haus gebaut. Die Baumaterialien sowie die Unterkunft und Verpflegung der „Bauarbeiter“ von Félicité Marie können über die Spenden aus Deutschland finanziert werden. Die Jugendlichen bringen ihre Arbeitskraft ein und erfahren so wieder ein Stück von dem familiären Gefühl, das sie in der Zeit nach dem Genozid im Haus Felicité Marie erlebt haben.

Über diese Arbeiten in kleineren Gruppen hinaus entstehen aber auch ganz neue Projekte. So will Umwana w´umuntu ein Jugendzentrum in Butare bauen, das langfristig Friedensarbeit in Ruanda leistet. In einem Mwene-Muntu-Kooperationsprojekt sollen Straßenkinder in Butare und Kigali von der Straße geholt werden; in Zusammenarbeit mit der Stadt Heidelberg wird an den Aufbau einer Fahrradwerkstadt in Butare gedacht. Diese neuen Projekte sind alle noch in der Planungsphase. Sie zeigen aber, dass die Idee von Felicité Marie Früchte trägt und neue Initiativen ins Leben bringt. FÖLT wird Mwene Muntu und Umwana w´umuntu dabei helfen, Geldgeber für die Projekte zu finden, und freut sich auf einen intensiven Austausch auch in den nächsten Jahren.

Bleibt noch zu erwähnen, dass sich unsere Partner in Ruanda sehr darüber freuen würden, wenn eine Gruppe Spenderinnen und Spender aus Deutschland sie noch vor Ablauf des Projekts besuchen würden. Wir haben an die ersten beiden Augustwochen 2007 gedacht (das Projekt läuft noch bis 2008). Da die Mehrzahl der Spenderinnen und Spender aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kommen, halten wir die gemeinsamen Sommerferienwochen beider Bundesländer für die geeignetsten. Wer mitkommen mag, melde sich bitte bei Stephan Pucher, Bahnhofstr. 51, 69115 Heidelberg, Tel.: 06221-475904. Eine Anmeldung ist bis zum Frühjahr 2007 unverbindlich möglich. Erst dann müssen wir wegen der Buchungen sicher Bescheid wissen, wer mitfährt.